Raju Sharma: „Wir werden den Nazis keine Möglichkeit geben, ihre geschichtsverfälschende und den Faschismus verherrlichende Propaganda in die Mitte der Stadt zu tragen.“
„Bereits im fünften Jahr nacheinander versuchen neue und alte Nazis, die Bombardierung Lübecks 1942 für ihre Zwecke zu missbrauchen. Es spricht für die Lübeckerinnen und Lübecker, dass sich erneut ein breites Bündnis aus Parteien, Vereinen, Verbänden, Kirchen, Gewerkschaften und Einzelpersonen versammelt hat, um den Naziaufmarsch zu stoppen“, so Raju Sharma, schleswig-holsteinischer Abgeordneter der Linksfraktion im Bundestag, in seinem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung des Bündnisses „Wir können sie stoppen!“ am 27. März 2010 in Lübeck.
Raju Sharma, auch Mitunterzeichner der „Lübecker Erklärung“, warnte zugleich davor, die Aufmerksamkeit für den Rechts-extremismus durch neue und diffuse Extremismusbegriffe auszuhöhlen und andererseits die Verteidiger der Demokratie zu kriminalisieren: „Von manchen Seiten hört man in letzter Zeit, die Gefahren des Rechtsextremismus würden übertrieben, man müsse sich vielmehr mit einer gewalttätigen Linken auseinandersetzen. Wir stehen hier für einen gewaltfreien aber entschlossenen Widerstand gegen die Nazis. Und wir lassen uns nicht in gute und schlechte Demonstranten unterscheiden!“
„Es ist eine Sache, wenn der Rechtsstaat zur Wahrung des Rechts auf freie Meinungsäußerung auch den Feinden von Demokratie und Gleichheit aller Menschen die Möglichkeit der Demonstration gegen Rechtsstaat, Demokratie und Gleichheit einräumt - eine andere Sache und völlig unakzeptabel aber ist es, wenn von staatlichen Stellen diejenigen, die genau diese Werte - Demokratie, Gleichheit aller Menschen und Rechtsstaat - verteidigen, kriminalisiert werden. Der aktive Widerstand gegen jede Form von Neofaschismus sollte vielmehr zum wichtigsten Erbe und zur wichtigsten Lehre aus der Vergangenheit werden.“