7. Mai 2011 Raju Sharma

Grußwort zur Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut

Schleswig-Holstein war lange Jahre europaweit Wegbereiter einer vorbildlichen Gleichbehandlung und Gleichstellung seiner autochthoner Minderheiten. Mit ihrer rigiden Kürzungspolitik hat die jetzige schwarz-gelbe Landesregierung dies nun leider grundsätzlich infrage gestellt. Auch die Kompensation aus Bundesmitteln kann nicht verhindern, dass die allseits anerkannte Arbeit der Minderheitenorganisationen beeinträchtigt und erschwert wird.

Seit über 40 Jahren hat das Nordfriisk Instituut für die Erforschung und Förderung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur Herausragendes geleistet. Mit der umfangreichen Bibliothek in Bredstedt und den zahlreichen Vorträgen und Publikationen tragen Sie dazu bei, dass die friesische Sprache und die friesische Kultur lebendige Bestandteile unserer Gegenwart sind und bleiben werden.

Mit dem "Nordfriesischem Kanon", dem Online-Sprachkurs "Edufriisk" und mit dem in Zusammenarbeit mit dem Friesenrat initiiertem Friisk Funk bringen Sie Projekte voran, die die friesische Sprache und Kultur für die Zukunft bewahren werden, da bin ich mir sehr sicher. Dafür gebührt Ihnen unser aller Dank. Dies gilt nicht nur für die "professionellen Friesen", sondern auch für die vielen ehrenamtlich Aktiven, die sich in herausragender Weise für den Erfolg und die Ziele des Vereins Nordfriesisches Institut einsetzen.

Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass auch Ihr Verein und Ihr Institut von den Kürzungen der Landesregierung betroffen sind. DIE LINKE wird sich auf Bundes- und auf Landesebene dafür stark machen, dass diese Fehlentscheidung möglichst schnell rückgängig gemacht wird. Für uns gilt: Minderheitenpolitik braucht Verlässlichkeit.

Ich wünsche Ihrer heutigen Mitgliederversammlung einen erfolgreichen Verlauf.

Mit freundschaftlichen Grüßen

Ihr Raju Sharma