Das Spreeufer am Kanzleramt ist nicht erst seit seiner Umbenennung in Magnus-Hirschfeld-Ufer ein bedeutender Ort des Gedenkens an die Homosexuellenbewegung geworden: Dr. Magnus Hirschfeld, der Berliner Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung richtete 1919 ganz in der Nähe das Institut für Sexualwissenschaft ein, das einen wichtigen Beitrag zur sexuellen Aufklärung leistete. Hirschfeld gründete zuvor mit drei weiteren zusammen das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee - eine Organisation, die weltweit erstmals gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und gegen die Strafverfolgung gleichgeschlechtlichem Sex ankämpfte. Am Freitag wurden an gleicher Stelle Gedenktafeln zur Erinnerung an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung und in Gedenken an Hirschfeld und seine Mitstreiter aufgestellt und ein Zeichen für die Anerkennung unterschiedlicher sexueller Identitäten und gegen Diskriminierung und Homophobie gesetzt. Dazu Raju Sharma, selbst Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer: „Als im Jahr 1994 endlich der - von den Nationalsozialisten verschärfte - Straftatbestand der Homosexualität in § 175 StGB beseitigt wurde, war dies ein erster und seit langem überfälliger Schritt. Die Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer erinnern uns daran, dass auf dem Weg zu einer wirklichen Gleichstellung Homosexueller noch eine lange Strecke vor uns liegt.”