11. Februar 2010 Raju Sharma

Frühstücken mit Obama

Jedes Jahr am ersten Donnerstag im Februar findet in Washington das „National Prayer Breakfast“ statt. Seit 1953 treffen sich Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion auf Einladung von Abgeordneten des US-Senats und des Repräsentantenhauses, um bei einem gemeinsamen Frühstück – an dem traditionell auch der jeweils amtierende US-Präsident teilnimmt - gemeinsam zu beten, Gedanken auszutauschen, Kontakte zu pflegen und neue Netzwerke zu knüpfen.

Doch auch wenn die meisten der diesmal rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 140 Ländern sich bei ihren Gebeten auf Jesus beziehen, so ist das National Prayer Breakfast ebensowenig auf Angehörige des christlichen Glaubens beschränkt, wie die übrigen parlamentarischen Gebetsfrühstückskreise, die es in mittlerweile rund 180 Ländern gibt.

Raju Sharma, der die Linksfraktion im Deutschen Bundestag beim National Prayer Breakfast vertreten hatte, zog wie die meisten Teilnehmer der vom ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Rudolf Decker (Böblingen) geleiteten deutschen Delegation ein positives Fazit der Reise. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und persönliche Kontakte bildeten eine hervorragende Grundlage für solide internationale Beziehungen, die man später für gemeinsame soziale Projekte konkret nutzen könne, Auch habe ihn beeindruckt, wie zum Beispiel Hillary Clinton und Präsident Obama ihre jeweiligen politischen Ansichten in ihrem persönlichen Glauben verankert hätten, etwa als Hillary Clinton für die Gleichberechtigung von Homosexuellen warb. In diesem Sinne sei das National Prayer Breakfast weit mehr als ein Frühstück mit Gottesdienst, so Raju Sharma: „Für viele Teilnehmer ist der christliche Glaube der Motor, um Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu üben. Die Offenheit gegenüber Vertretern anderer Glaubensrichtungen ist aber auch ein positives Beispiel für Toleranz und die Erkenntnis, dass letztlich alle Religionen auf den gleichen Werten gründen.“


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Foto: Matthias Pankau [ideaSpektrum]