Raju Sharma: Minderheiten auf gleicher Augenhöhe behandeln, hierzulande und weltweit
Anlässlich des 20. Jahrestages des Bestehens der Alevitischen Gemeinde in Kiel und des Newroz-Festes, dem großen Frühlings- und Neujahrsfest der Kurden, Perser und Afghanen, überbrachte Raju Sharma, Mitglied des Deutschen Bundestages ein Grußwort für DIE LINKE.
Anlässlich des 20. Jahrestages des Bestehens der Alevitischen Gemeinde in Kiel und des Newroz-Festes, dem großen Frühlings- und Neujahrsfest der Kurden, Perser und Afghanen, überbrachte Raju Sharma, Mitglied des Deutschen Bundestages ein Grußwort für DIE LINKE.
Zur Jubiläumsfeier am 23. März 2013 kamen ca. 1.100 Personen im ARCADIA Eventsaal zusammen. Zu Beginn wurde eine Gedenkminute abgehalten, die eindrücklich daran erinnert, dass auch heute noch Aleviten aufgrund ihres Glaubens verfolgt und ermordet werden.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem Redebeitrag von Hasan Yesibas, dem Vorsitzenden der Alevitischen Gemeinde in Kiel. Er skizzierte kurz die Geschichte der Verfolgung der Aleviten in der Türkei. Hier hätte die Glaubensgemeinschaft über Jahrhunderte hinweg eine systematische Verfolgung erfahren. Umso wichtiger wäre die Gründung der Alevitischen Gemeinde in Kiel vor zwanzig Jahren gewesen. Erstmals hätten die Aleviten ihre Religion frei ausüben können. Für diese Erfahrung, die sich direkt aus dem deutschen Grundgesetz und der darin verankerten Religionsfreiheit ableite, sei man sehr dankbar.
Grußworte wurden auch von Prominenten der Lokal- und Landespolitik überbracht. So würdigten die Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke, die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust, der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels, die Grüne Landtagsabgeordnete Eka von Kalben und die CDU-Landtagsabgeordnete Astrid Damerow die gute Arbeit der Alevitischen Gemeinde in Kiel und Schleswig-Holstein.
Herr Serdar Akin, der Vorsitzende des Jugendvorstands der Alevitischen Union Europas, knüpfte an das Jubiläum die Hoffnung, dass auch die schleswig-holsteinische Landesregierung den Aleviten mit einem Staatsvertrag entegenkommt - ebenso wie das in Hamburg bereits verwirklicht sei. Gleichzeitig rief er die Aleviten dazu auf, sich weltweit für die Unterdrückten einzusetzen und sich solidarisch mit verfolgten Ethnien zu zeigen. Ihm folgte Herr Turgut Öker, der Vorsitzende der Alevitischen Union Europas, der in seinem leidenschaftlichen Redebeitrag darauf hinwies, dass die Aleviten "nur auf ihren eigenen Beinen stehen können", d.h. man dürfe keine falschen Erwartungen an die Regierung Erdogan in der Türkei knüpfen.
Raju Sharma erklärte in seinem Grußwort, eine gute Minderheitenpolitik dürfe nicht auf Assimilierung setzen, sondern müsse die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Kultur als Reichtum einer Gesellschaft begreifen. "Viele Millionen Menschen in aller Welt feiern in diesen Tagen das Newroz-Fest. Was sie bei aller Unterschiedlichkeit eint, ist die Sehnsucht nach Frieden und die Hoffnung auf eine Welt, in der die Menschen einander mit Respekt und Toleranz auf Augenhöhe begegnen." Dazu müsse auch die Bundesregierung ihren Beitrag leisten. Deshalb sollte die Bundeskanzlerin bei ihren Gesprächen mit der türkischen Regierung nicht nur über Handelsbilanzen und Absatzmärkte reden, sondern auch die Lage der Minderheiten ansprechen. Bei der Verteidigung der universellen Menschenrechte werde DIE LINKE auch weiterhin unverbrüchlich an der Seite der Aleviten und anderer verfolgter Minderheiten stehen.
Rahmung erfuhr der Abend durch ein buntes Kulturprogramm. Die besondere Bedeutung der Baglama (der Langhalslaute) in der alevitischen Kultur wurde in zahlreichen Musikstücken deutlich, als talentierte Musikerinnen und Musiker ihr Können unter Beweis stellten. Natürlich wurde auch gemeinsam getanzt. Hier beeindruckte vor allem der Auftritt der Gruppe Celtic Dance, die mit ihrem Beitrag ein Zeichen von gelebter Völkerverständigung gab. Musikalischer Höhepunkt des Abends war zweifelsohne der Auftritt der bekannten alevitischen Sängerin Arzu Sahin. Mit ihren Liedern, die von Verfolgung, Inhaftierung und Exil, aber auch von Hoffnung, Zuversicht und Liebe erzählten, verzauberte sie das Publikum.









